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Viele Neuseeländer besitzen Strandhäuser. Sie werden traditionell »Bach« genannt, was mit Hütte übersetzt wird, auch wenn es sich heute oft um luxuriöse Häuser handelt. Auf unserer Reise in den Norden, die uns an Omaha, Whangateau, Whangarei, der Tutukaka Coast bis hinauf nach Russell und der Bay of Islands führte, waren wir eine Nacht zu Gast in einer Bach aus den 1950er Jahren. Ein einfaches Holzhaus im Bungalowstil am wunderschönen Matapouri Beach gelegen. Freunde (von Freunden – lucky us) hießen uns dort so herzlich Willkommen, dass es schwerfiel, am nächsten Tag weiter zu fahren.
»Das ist Euer Bett für heute Nacht«. Mit diesen Worten empfing uns Sarah und zeigte uns die für uns vorbereitete »Cabin«, in der das Bett Richtung Meer ausgerichtet und die Blumendekoration auf dem Regal frisch gepflückt waren. Ein Traum. Wie glücklich können sich Sarah und ihre Familie schätzen, an einem solchen Ort ein Feriendomizil zu besitzen. Familie und Freunde kommen hier zusammen, Nachbarn schauen auf einen Drink vorbei. Die Bach mit Wohn-Essbereich, mehreren kleinen Schlafzimmern und vorgelagerter Veranda, könnte schöner nicht sein: Original-Möbel aus den Fifties, Windowseats bzw. Betten, von denen man direkt auf den Ozean schauen kann, Vintage-Kissen und bunte Stoffe, viele kleine arty Details und vor allem diese atemberaubende Sicht…
Vor dem Haus steht eine alte Pinie, es gibt eine selbstgebaute Feuerstelle, Surfbretter und Kajaks liegen lässig im Garten und warten darauf, benutzt zu werden. Ansonsten gibt es hier nur wenige Menschen. Die Bucht lädt zum Spazieren und Schwimmen ein, auch Reiter haben wir gesehen. Es gibt umliegende Buchten, die nur zu Fuß zu erreichen sind, Kühe auf saftig grünen Wiesen und wilden Wald, der häufig bis hinunter zum Strand reicht. Nachts nur Wellenrauschen, kein Kunstlicht, tausende Sterne. Vielen Dank, Sarah und Richard, für die unvergesslichen Stunden in Eurer Bach! &hellip
Kia ora aus Neuseeland! Seit fast zwei Wochen bereisen wir dieses wunderbare Land. Wir flogen von Berlin über Hong Kong nach Auckland, wo wir ruhige erste Tage verbrachten. Mit einem kleinen Mietauto fuhren wir anschließtend Richtung Norden. Über Omaha, Whangateau, Whangarei, Tutukaka, Matapouri, die Old Russel Road bis hinauf zur Bay of Islands. Die Landschaften wechselten zwischen saftigen tiefgrünen Wiesen mit glücklichen Kühen und Angusrindern, mit sich windenden und mit Agapanthusblüten gesäumten Straßen, dichten (Ur)Wäldern, Steilküsten und fast unwirklich aussehenden türkis-hellblau leuchtenden Buchten. Nach zwei Tagen in der kleinen geschichtsträchtigen Stadt Russel, buchten wir uns heute in einer Cabin oberhalb der Elliot Bay, etwa 20 Kilometer südlich von Russel ein. Hier sitze ich nun das erste Mal am Laptop, schaue von der Veranda hinunter in die bezaubernde Bucht. Meeresrauschen, Vogelgezwitscher und muhende Kühe untermalen das Setting. Wir wohnen auf einer Farm, betrieben von einer neuseeländisch-australischen Familie, der hier mehrere Morgen Land gehört. Einschließlich der Elliot Bay…
Zurück nach Auckland, Ziel unserer 26-stündigen Flugreise und Ausgangspunkt unseres Roadtrips durch Neuseeland. Bei unserer Ankunft hatten wir noch keine Pläne, wie unsere Reiseroute aussehen könnte. Erst einmal akklimatisieren und dann weitersehen. Was uns wegen der perfekten Unterkunft nicht schwerfiel. Über unsere Freunde Dene und Ralf aus Berlin entstand der (sehr nette) Kontakt zu Tony Murrell, in dessen City Apartment wir für einige Tage (als Freunde von Freunden) einziehen durften. Nur wenige Minuten zu Fuß vom Hafen, mitten in der Stadt gelegen und so schön, dass ich es für Euch fotografiert habe. Das Apartment befindet sich im 12. Stock des Metropolis Building in der Kitchener Street – Aucklands höchstem Wohnhaus. Moderne Architektur mit immer wiederkehrenden Stilelementen des Art Déco, ausgestattet mit Indoor Pool, Sauna und Gym, beherbergt das Metropolis auch das Avani Hotel mit 120 Zimmern und Suiten. Tonys Apartment könnt Ihr demnächst über Airbnb buchen. Den Link zur Seite füge ich dann noch ein.
Die Wohnung hat eine tolle Sicht über Auckland. Vom Balkon aus schaut Ihr rechterhand direkt hinüber zum Albert Park mit Palmen, riesigen Bäumen, Wiese und Kirche. Links schaut Ihr hinunter auf Häuser und Dächer des Stadtviertels. Das Metropolis Building steht mitten im Zentrum, nur ein paar Schritte sind es zur Queens Street, Aucklands Shoppingmeile. In den Seitenstraßen gibt es unzählige Cafés, Restaurants, Läden und Galerien. Der Bereich vor dem Metropolis lädt zum Sitzen und Entspannen ein. Betontreppen, kleiner Wasserlauf, Palmen – wunderbar, um die Abendsonne zu genießen. &hellip
Henrik und Natalia Svedlund wohnen im Berliner Corbusierhaus auf einem großzügigen Waldgrundstück südlich vom Olympiastadion. Zwischen 1956 und 1958 wurde hier die »Wohnmaschine« nach den Plänen des Architekten Le Corbusiers erbaut. Ursprünglich sollte das Haus anlässlich der Internationalen Bauaustellung (Interbau) im Berliner Hansaviertel errichtet werden, doch Le Corbusiers Unité d'habitation passte wegen seiner Größe nicht hinein und wurde kurzerhand ausgelagert. Aber nicht nur das. Auch wurden die Pläne und Zeichnungen des Architekten durch den damaligen Bauherrn so massiv verändert, dass schließlich nur die Struktur, die Hülle des Gebäudes aus Le Corbusiers Feder stammten. Le Corbusier musste hinnehmen, dass (neben vielen anderen Dingen) die Deckenhöhen von 2,26 m auf 2,50 m angehoben, die Wohnungen verbreitert und anstelle von überwiegend 3-4-Zimmer-Wohnungen 1-2-Zimmer-Wohnungen gebaut wurden. Enttäuscht und wütend zog er sich aus dem Projekt zurück und besuchte die Baustelle nur ein einziges Mal.
Um so glücklicher wäre Le Corbusier, wenn er heute in die Charlottenburger Flatowallee kommen und die Wohnung von Henrik und Natalia Svedlund betreten würde. Denn hier leben der schwedische Künstler und Musikproduzent und die aus Kolumbien stammende Brauingenieurin, als hätte Meister Corbusier höchstselbst Hand angelegt und seine Vorstellungen und Pläne umgesetzt. Beim Betreten des Apartments 258 hätte er mit der Hand die Decke berühren, (seine) Gemälde, Zeichnungen und kräftigen Farben an den Wänden bestaunen und sich am Original-Grundriss inklusive goldenen Schnitts oder an seinen Möbelentwürfen (und denen seiner Kollegen) erfreuen können. Ja, vielleicht hätte er seufzend am großen Fenster gestanden, den Teufelsberg im Blick, und gedacht, dass er es nicht hätte besser machen können... Als Philipp Mohr, Architekt und Designer, der die Wohnung vor nicht allzu langer Zeit für erwarb, um sie anschließend komplett um- und rückzubauen. Zurück in einen Zustand, den es im Berliner Corbusierhaus so nie gab, aber seiner Ansicht nach genau so sein sollte, um dem Betonbau mit seinen 530 Einheiten ein wenig Seele einzuhauchen.
Philipp Mohr beschäftigte sich seit 1986 mit der Architektur der Moderne, mit Le Corbusier, war immer schon fasziniert vom Marseiller Corbusierhaus. Nachdem er dort eine Wohnung sah, die komplett im Original zu besichtigen war, fing er an zu träumen...
Ein Zufall wollte es, dass eine Wohnung in der Flatowallee zum Verkauf stand. Philipp kaufte, entkernte, recherchierte, baute um, verpasste den Decken eine andere Höhe und den Wänden die typischen Farbtöne, die ebenfalls von Le Corbusier entworfen wurden. Er suchte und fand Leuchten, Originalmöbel und Replika von Jean Prouvé bis Charlotte Perriand und legte beim Lackieren der Einbaumöbel und Küchenmodule selbst Hand an. Das Apartment 285 erhielt nach und nach einen unverwechselbaren Stil, eine spannende Mischung aus Philipp Mohr und Le Corbusier. Zwei Architekten, ein Meisterwerk.
Heute wohnen Henrik und Natalia in der Nr. 258. Philipp fand mit ihnen Käufer, die sein Projekt »leben«, jedes Detail zu schätzen wissen und überglücklich sind, ein so besonderes Zuhause zu haben. »Seit wir hier wohnen, bekommen wir viel mehr Besuch, gehen kaum noch aus. Wir fühlen uns so wohl, trinken am liebsten hier unser Bier...«, erzählt mir Henrik während meines Besuchs vor Weihachten. Bisher pendeln die beiden zwar noch zwischen Stuttgart und Berlin. Das soll aber bald anderes werden. Viele Dinge werden sie von dort nicht mitbringen können, denn es ist ja schon alles da. Nur der Kühlschrank sei ein bisschen klein. Einige Accessoires wie Gläser, Schalen oder Vasen haben Henrik und Natalia von Freunden und Verwandten geerbt oder geschenkt bekommen, denen es Freude macht, einen stilsicheren Beitrag zur Einrichtung zu leisten. Le Corbusier hatte klare Vorstellungen, Henrik und Natalia leben sie. Super schön&hellip
Äffchen hüpfen zwischen Weinreben umher und stehlen die süßen Trauben. Eine Szenerie, die vor unseren Augen auf einer großen Meissener Porzellanvase Gestalt annimmt. Feine Pinselstriche in einem warmen Blau aus dem hauseigenen Farblabor, werden mit ruhiger Hand der Kunsthandwerkerin auf das »weiße Gold« gebracht, während wir dabei über die Schultern schauen dürfen...
Ein ganz normaler Arbeitstag in der staatlichen Porzellan-Manufaktur MEISSEN im Triebischtal. Seit Beginn der 1860er Jahre entstehen hier in den Werkstätten edelste Porzellane in Handarbeit. Unglaublich zu sehen, wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, um einen Teller, eine Vase, eine filigrane Figur oder Plastik herzustellen. In den Räumen der altehrwürdigen Manufakturgebäude wird gedreht, gegossen, geformt, gebrannt, modelliert, gezeichnet und wieder gebrannt. Und das seit über 300 Jahren.
Zunächst hatte die Manufaktur ihren Sitz auf der Albrechtsburg etwas oberhalb von Meißen gelegen. Erst 150 Jahre später zog die Produktionsstätte vom Hügel hinunter in die Stadt. Die Qualität des Meissener Porzellans beginnt im manufaktureigenen Bergwerk unweit von Meißen, in dem tagtäglich reinstes Kaolin abgebaut wird. Die weiße Tonerde, gemischt mit Feldspat und Quarz, ist der Schlüssel zu Qualität und Stahlkraft des Meissener Porzellans. Die Porzellanmasse an sich ergibt jedoch noch kein Kunstwerk. Erst durch die Arbeit der begnadeten Maler und Modelleure (oder Bossieret) wird jedes einzelne Stück zum Unikat und zur Rarität. Zum Teil sitzen die Kunsthandwerker mehrere Wochen an einer Arbeit, zeichnen Blumen, Muster oder ganze Szenen in einer Präzision auf das Porzellan, dass uns bereits beim Zuschauen ganz schwindelig wird.
Als erstes Markenzeichen Europas stehen die Gekreuzten Schwerter des kursächsischen Wappens seit 1722 für die Echtheit und Qualität Meissener Porzellans. Wir dürfen beim Signieren des Porzellans zuschauen. Im Haus gibt es nur zwei Damen, sogenannte Schwerterer, die befugt sind, das Logo (mit scheinbarer Leichtigkeit und beherztem Schwung) aufzubringen. Wir haben nicht gefragt, aber es müssen sehr viele Schwerter sein, die während eines Arbeitstages auf diese Weise ihren Weg auf das Porzellan finden.
MEISSEN verfügt über das weltweit größte Formenarchiv. Hier lagern rund 700.000 Formen. Es ist der weltweit älteste und größte Bestand an Modellformen für Porzellanplastiken und Tafelservice. Bis zur Decke reichen die alten Holzregale, auf denen sich die nummerierten und beschrifteten Gipsformen türmen. Ehrfürchtig schreiten wir während der Führung durch die schmalen Gänge. Es gibt sogar eine Gipsform für eine kleine Ananas, die in damaligen Zeiten eine Rarität darstellte und bis heute als Abdruckform genutzt wird.
Meissener Porzellan besticht durch kunsthandwerkliche Traditionen, kombiniert mit der Innovationskraft der Gegenwart. Künstler und Designer verschiedener Disziplinen erarbeiten gemeinsam mit den Kunsthandwerkern des Hauses immer wieder neue Konzepte und schaffen es so, die Marke MEISSEN erfolgreich in der heutigen Zeit zu etablieren. Spannend ist es zu beobachten, dass Jahrhunderte alte Formen, gepaart mit neuen (Gestaltungs)Ideen, zu etwas völlig Neuem werden können. Nicht zuletzt durch die wunderbare Arbeit der beiden Kreativdirektoren Otto Drögsler und Jörg Ehrlich, die seit 2017 für die zukünftige Ausrichtung der einzelnen Produktwelten sowie die visuelle Darstellung der Marke MEISSEN verantwortlich sind. Die beiden Designer kommen ursprünglich aus der Modebranche. Sie führen seit fast 10 Jahren das erfolgreiche Label ODEEH. Die Kooperation der Porzellan-Manufaktur mit den Gestaltern aus der Modebranche stellt ein Novum dar und bringt viel frischen und kreativen Wind nach Meißen.
Die Welt Meissens, die Marke MEISSEN, Geschichte, Tradition, Handwerk, Kunst und die vielen kreativen Geister, die an der Entstehung jedes einzelnen Stücks Porzellans beteiligt sind, könnt Ihr in der Erlebniswelt HAUS MEISSEN – Schauwerkstatt, Museum und Showroom in einem – bestaunen. Ein Besuch lohnt sich. Vielen Dank, liebe Claudia Gulden und lieber Otto Drögsler für die wundervolle Führung durch die Manufaktur und den Blick behind the scenes.
Staatliche Porzellan-Manufaktur MEISSEN GmbH, Erlebniswelt HAUS MEISSEN, Talstraße 9, 01662 Meißen, 49 (0)35 21 468 – 206/208
Täglich geöffnet von 9.00 bis 18.00 Uhr (01.05 – 31.10.) 9.00 bis 17.00 Uhr (01.11.– 30.04.)10.00 bis 16.00 Uhr (31.12. und 01.01.)&hellip
Bauwerke, Fassaden und Wohnungen ohne Zauber – Werden sie geliebt? Möchte man sie malen und als Bild an die Wand hängen? Und würde ich sie fotografieren wollen? Fragen, die ich von meinem Besuch bei dem Architekten Philipp Mohr mit nach Hause genommen habe.
Viele Stunden sprachen wir über das Leben, Wohnen und die Architektur im Allgemeinen, während ich am stählernen Küchentresen saß, die offen (um)gestaltete Neuköllner Altbauwohnung im Blick und Philipp immer wieder Kaffee nachgoss. Er erzählte vom Großwerden in einem Einfamilienhaus ohne Seele. Von seiner Suche nach dem Zauber, der auch dann nicht zum Vorschein kommen wollte, als er die Tapeten seines (Kinder)Zimmers abriss, der blanke Beton zu sehen war und die Eltern dafür kein Verständnis hatten. Immer wieder stylte Philipp sein Zimmer um, der Drang war da. Doch statt goldenen Schnitts, wohltuender Proportionen und malerischen Eindrucks war das Ergebnis doch nur wieder Spanplatte und damit verbundenes westdeutsches Kleinstadtwohlgefühl. Philipp betonte zugleich, dass seine Kindheit trotzdem gut war. Er vermisste eben nur das schöne Wohnen. Seine Tante lebte bereits damals in einem alten Haus voller Wunder, schwärmte Philipp. Auch der Onkel, Manfred Mohr, beschäftigte sich seit Jahrzehnten mit Computerkunst und Ästhetik à la Peter Eisenman und lebte in einem coolen Künstlerloft in New York. Nur er, Philipp, wohnte zu Hause in einer Enge, die er nicht beschreiben konnte. Es war zum Verzweifeln, gestand er&hellip
{Werbung} Häufig habe ich ihn schon verschenkt, den gluckernden Fisch aus Keramik. Und immer wieder sehe ich ihn in den Regalen der Design-Shops stehen. Still, typisch Fisch, mit geöffnetem Maul, in allen Farben schillernd. Aber wehe Ihr füllt ihn mit Wasser oder einem anderen Getränk. Dann kommt Leben in den Fisch. Dank seines besonderen Designs gluckert und gluckst er beim Einschenken.
Auch als Vase macht sich der Fisch wunderbar. Wer meinem Instagram Account folgt, kennt bestimmt meinen hellgrauen Krug. Ich dekoriere ihn ständig um. Seit gestern besitze ich auch einen dunkelgrünen Gluckerfisch. Mit Amaryllis, Oliven- und Ilexzweig im Maul ist er mein diesjähriges Adventsdeko-Highlight. Vor der in Charleston Gray (F&B) gestrichenen Wand die reinste Farbexplosion.
Die Glugglejugs kommen ursprünglich aus England, wo sie schon seit 1870 in ähnlicher Form produziert wurden. In Europa werden sie von Gluckigluck vertrieben. Es gibt Fische in drei Größen und unendlich vielen Farben. Von Pastelltönen bis zum Kupferfisch ist alles dabei. Sehr dekorativ. Eine tönende Wasserkaraffe mit Kitschpotential sorgt garantiert für Gesprächsstoff bei Euren Gästen. Ich habe gelesen, Kinder sollen auf einmal mehr Wasser trinken, weil sie das Geräusch so cool finden. Da g(l)uckst du&hellip
Stahlbeton in Treppenform, lichtdurchflutete Ateliers mit sechs Meter tiefen Terrassen, silbrig schimmernde Outdoorvorhänge und zwei Treppen, die seitlich am Gebäude direkt in den Berliner Himmel führen – Über den Lobe Block im Berliner Stadtteil Wedding, den brutalistischen Bau mit den hängenden Gärten, konzipiert von den Berliner Architekten Brandlhuber + Emde, Burlon für die Kuratorin Olivia Reynolds, ist schon viel diskutiert worden. Die einen halten das Ausstellungs- und Atelierhaus in der Böttgerstraße schlicht für hässlich, klotzig und unpassend für den Wedding (Gentrifizieung), die anderen nehmen begeistert an Architekturführungen über das Grundstück und bis hinauf auf das flache Dach teil, um mehr über die außergewöhnliche Planung und Bauweise des neuen Ortes der Begegnung zu erfahren.
Von Weitem sieht der Lobe Block aus wie ein grauer, in geometrische Form gebrachter Felsen mit Geländer. Eine Gruppe von Studenten erklimmt gerade eine der langen Treppen, als wir auf das Gebäude zugehen. Im Gegenlicht ein schönes Bild. Kommt man näher heran, wirkt das Gebäude gar nicht mehr so riesig und brutal. Sein Eingang liegt einige Meter von der Straße zurück versetzt. Davor bleibt viel Platz für Kunst oder Events. Im Erdgeschoss befindet sich die Kantine/Bar Baldon, wo wir lecker zu Mittag essen und ich mich über das Interior Design freue: Luftig und großzügig, mit eingehängter Stahlbetondecke für extra viel Platz, offene Küche, lange Bar, Ledersofa vor Betonwand, Glasleuchten von Bocci, Grünpflanzen in recyceltem Waschbeton und schöne Möbel im Innen- und Außenbereich. Im Pahr sollen zukünftig Köche aus der ganzen Welt zu Gast sein und für die Bewohner und Gäste des Lobe Blocks Speisen zubereiten. Schöne Idee.
Der Lobe Block in Kürze: Architektur, Kunst, Mode (bisher HundHund), Design, Musik, Restaurant/Bar, Yoga-Atelier, Urban Gardening, Coworking Space, Event Location, Ausstellung, Bienen, Haustiere und viel Freifläche. Licht, Sonne und Weitblick nicht zu vergessen. Private und öffentliche Bereiche stehen für einen Ort der Begegnung. Hier soll als »creative community« gemeinsam gearbeitet, Ideen entwickelt und performed werden. Die nach Süden ausgerichteten Ateliers sind von Licht durchflutet. Die vorgelagerten Terrassen sorgen dafür, dass Außen und Innen miteinander zu verschwimmen scheinen. Nachhaltig ist der Bau weil baubiologisch, materiell und ästhetisch langlebig, robust und flexibel für etwaige Nutzungsänderungen in der Zukunft.
Die großen Terrassenflächen entsprechen der versiegelten Fläche, auf der das Gebäude steht. Somit entsteht viel Platz zum Arbeiten und Leben im Freien. Bei schönem Wetter und besonders im Sommer ein Traum für die Hausbewohner. Die Dank der S-Bahn-Trasse unverbaute Sicht über die Stadt ist grandios. Zum Haus gehört ein großer Garten. Dort finden die Bewohner und Gäste Ruhe und Erholung, können Beete bepflanzen, sich um die (hauseigenen) Bienen kümmern. Im Handbuch auf der Webseite des Lobe Blocks habe ich gelesen, dass jeder Bewohner Anspruch auf ein Huhn im Garten hat...
Lobe Block, Böttgerstr. 16, 13357 Berlin, Tel: +49 (0)30 555 27 644Baldon, Kantine & Bar im Erdgeschoss des Lobe Blocks Tel: +49 176 7016 4533Geöffnet: Mo–Fr von 12:00 – 14:30 Uhr&hellip
Die Strahlen der Herbstsonne fallen auf den Küchentisch und erfüllen die Dachgeschosswohnung in Prenzlauer Berg mit viel Licht und Wärme. Hier sitze ich zusammen mit der Kunst- und Designhistorikerin Katja Söchting beim Tee. Endlich lernen wir uns persönlich kennen. Über meinen ersten Versuch, Katja in ihrem Showroom in der Ackerstraße anzutreffen, habe ich vor einiger Zeit hier berichtet.
Katja ist seit Jahren als Expertin für Interior Design tätig. Sie berät und betreut Kunden, richtet Wohnungen und Geschäftsräume ein. In ihrem Showroom in Berlin Mitte stellt sie, zusammen mit Irina Jurassic von linea1, Möbel, Lampen und Accessoires ihrer Lieblingshersteller aus. Ihre Liebe zum Design entwickelte sie während ihres Studiums der Kunst- und Designgeschichte an der FU Berlin, als sie parallel in verschiedenen Einrichtungsgeschäften arbeitete. Nachdem sie von 1999 bis 2013 eines der ersten Möbelgeschäfte in Prenzlauer Berg (mit)gründete und führte, ließ sie sich 2014 in der Ackerstraße nieder.
Schon die Auswahl der Labels und Hersteller im Showroom zeigen Katjas Händchen für das Einrichten und Zusammenstellen besonderer Dinge. Ihre Wohnung, die sie zusammen mit ihrer Familie bewohnt, ist nicht nur lichtdurchflutet, sondern auch sehr schön. Was zu erwarten war. Hier wohnen gleich zwei Kreative. Katjas Mann Jörg Söchting, ist Künstler und Designer. Seine großformatigen Bilder und meist farbenfrohen Möbelentwürfe prägen den Stil der Maisonette-Wohnung im Zusammenspiel mit Einrichtungsgegenständen anderer namhafter Designkollegen. Sein »Fernweh« Sessel steht neben der Leuchte von Rupert Kopp, einer seiner bemalten »Scrapwood« Holzhocker dient als Beistelltisch für die »Longframe«-Liege von Alberto Meda. Der große rote AVL Tisch (moooi) im Wohnbereich war das erste Stück für diese Wohnung, erzählt Katja. Drumherum reihen sich weiße Fiberglasstühle von Ray und Charles Eames, die noch von ihren Großeltern stammen. An der Wand hinter dem Esstisch hängt ein Werk der Berliner Künstlerin Suse Weber.
Beim Rundgang durch die Dachgeschosswohnung kommen wir an einigen Designraritäten vorbei. Ich fotografiere, Katja erzählt mir Geschichten zu den einzelnen Gegenständen. Zum Teil stammen die Möbel von befreundeten Designern, die Katja und Jörg noch aus Studienzeiten kennen. Auch Unikate sind dabei. Katja liebt (und vertreibt) die Produkte von Nils Holger Moormann. Ich mag seine Möbel und Accessoires auch sehr. Hier habe ich über unseren Besuch in Aschau geschrieben. Moormanns Garderobenständer »Hut ab« und »Rechenbeispiel« befinden sich im unteren Teil der Wohnung im Flur und im Bad.
Toll sind auch die bunten, aus alten Plastikflaschen gewebten Pet-Lamps von Alváro Catalan, die Schreibtischleuchte »Studioilse« des schwedischen Herstellers Wästberg und die von Katja neu bezogenen (alten) Thonet-Stühle, die in Königsblau sehr edel daher kommen. In allen Ecken gibt es etwas zu entdecken. Notenständer und Klavier lassen darauf schließen, dass bei Söchtings Musik gemacht wird. Bücherstapel und eine große Bibliothek im Regal-Klassiker von Dieter Rams deuten auf große Literaturliebe hin. Nehme ich an. Der Totenkopf auf dem Piano sieht einfach nur cool aus...
Vielen Dank, liebe Katja, für Tee und Gespräche. War schön bei Dir&hellip
{Pressedinner}Berlins hidden places. Die Stadt überrascht immer wieder mit Orten, an denen wir noch nie zuvor waren. Es ist schon fast dunkel, als wir an den Spreestudios in Rummelsburg ankommen. Der Sonnenuntergang muss an diesem Abend spektakulär gewesen sein. Man kann ihn wegen des rosarot-himmelblauen Himmels über dem Wasser hinter den Häusern noch erahnen.
Die ehemaligen Werkhallen und Garagen der DDR-Zollverwaltung, die vom Berliner Architekturbüro TBBK (Thomas Baecker Bettina Kraus) zu coolen Gewerbeeinheiten mit eingehängten Zwischenebenen und großen Terrassen umfunktioniert wurden, stehen auf einem Wassergrundstück an der Spree kurz hinter der Rummelsburger Bucht. Die Möbelmanufaktur MBzwo aus Ostwestfalen betreibt hier ihren Berliner Showroom.
MBzwos brandneue Popstahl-Küche wird an diesem herrlichen Herbstabend mit einem Dinner-Event eingeweiht. Die Stahl-Küchenmodule in Orange und Anthrazit mit langer MBzwo-Holzarbeitsplatte machen sich gut im großzügigen Showroom im Industrie-Style. Sie passen toll zum Betonboden, zu den dunklen Stahlelementen im Raum und zu den (festlich gedeckten) Tischen und Stühlen des Familienbetriebs aus dem ostwestfälischen Verl. Die Stühle aus Aluminium und Holz des befreundeten polnischen Designlabels Tabanda gehören auch zum Sortiment und ergänzen das Setting perfekt.
Die japanische Köchin Kaoru Iriyama steht an der Kücheninsel und kocht frische Speisen auf einem Teppanyaki-Tischgrill der Firma Coookers aus Bayern. Gemüse, Lachs und andere Zutaten landen auf der mobilen Edelstahlplatte und werden vor unseren (staunenden) Augen zubereitet. Diese Platte ist genial. Stecker rein und los gehts. Egal ob in der Küche, am Esstisch, auf der Terrasse oder Balkon – Wo Strom ist, kann gegart, gekocht und gegrillt werden. Die Reinigung ist easy, verrät Kaoru. Aber zunächst verwöhnt sie uns mit japanischen Leckereien.
Gastgeber Johann Ehlhardt, Geschäftsführer von MBzwo, erzählt uns bei leckeren Drinks mehr über die von Hand gefertigten Tische aus Vollholz, die Stühle und Polstermöbel und über die Leuchten der Firmen Tabanda und Nemo. Schönes Konzept. Im Berliner Showroom berät Johann seine Kunden. Alle Holzsorten können angesehen und befühlt, Sitzmöbel Probe gesessen werden. Bereits seit 1973 produziert die Familie Buschsieweke in Verl hochwertige Möbel aus Massivholz. MBzwo swurde 2014 in Berlin gegründet und steht für moderne Tische nach Maß und ein großes Angebot an (Sitz)Möbeln und Accessoires. Die Konsequenz aus 40 Jahren Tradition und beständiger Innovation.
Vielen Dank für den gemütlichen und inspirierenden Abend an der Spree, liebe Teams von MBzwo, Popstahl, Coookers und Kaoru Iriyama!
MBzwo, Köpenicker Chaussee 4, 10317 Berlin, Tel: + 49 (0)30 21995200Geöffnet Di – Fr von 12.00 bis 19.00 Uhr, Sa von 12.00 – 16.00 Uhr oder nach Vereinbarung
Popstahl, Brunnenstraße 158, 10115 Berlin, Tel: +49 (0) 3044 3181 9&hellip
Presseaufenthalt | Seit Generationen werden am Fuße des Zwölferkogels im österreichischen HInterglemm Gäste aufs Herzlichste bewirtet. »Wiesern« hieß der im 14. Jahrhundert erbaute Gutshof der Familie Kröll, die neben Viehzucht und Landwirtschaft Reisenden ein Bett und frisch gebackenes Brot aus dem Ofen mit frischen Kräutern der umliegenden Wiesen anbot...
Etwa 800 Jahre später führt Sepp Kröll die Familientradition an gleichem Ort fort. Dort, wo früher der alte Gutshof stand, wurde 2012 das Designhotel WIESERGUT errichtet. Zusammen mit seiner Frau Martina und drei Kindern lebt und arbeitet er zwischen Kuhstall und Hotel als Landwirt und Hotelier, liebt das Leben im Glemmtal und verwöhnt seine Gäste, wie es schon Generationen vor ihm taten. &hellip
Schirme gibt es in dem kleinen Ladengeschäft in der Kreuzköllner Sanderstraße schon lange nicht mehr. Die großen Lettern über dem Schaufenster sind nur noch Zierde und erinnern an frühere Zeiten. Heute werden hier italienische Produkte vom Feinsten und Schönsten verkauft.
Kerstin Fingers Leidenschaft für Italien brachte sie vor drei Jahren dazu, einen eigenen Laden zu eröffnen. Il negozio di Kreuzkölln ist kein Alimentari, wie man ihn sonst kennt, sondern eine Neuinterpretation des Tante Emma Ladens, in dem außer Wurst, Käse und Wein auch italienische Küchenutensilien, Textilien und Wohnaccessoires angeboten und mit viel Liebe der Inhaberin verkauft werden. Von der knallroten Parmesanmühle bis zu mundgeblasenen Gläsern, von Lampen aus Pappmaché bis zu pink verpackten Tartufi, Essigflaschen mit gestreiften Etiketten und Schürzen aus unverwüstlichem Leinen. Das Angebot an schönen Dingen ist groß, beste Inhaltsstoffe und Qualität der Lebensmittel sind Kerstin wichtig. Genau wie gutes Verpackungsdesign, originelle und klassische Firmenlogos und gute Produktgestaltung.
Als gelernte Grafikdesignerin achtet Kerstin besonders auf Ästhetik ihrer italienischen Waren. Sie liebt gutes funktionales Design bei Alltagsgegenständen, ansprechende Verpackungen und Etiketten. Der kleine Laden birgt wahre Schätze, die man in anderen Feinkostläden oder Designstores vergeblich sucht. Schaut mal in der Sanderstraße vorbei. Auf Euch wartet außer Kerstin sogar ein Kerzenhai!
Amore Store, Il negozio di Kreuzkölln, Sanderstr. 12, 12047 Berlin und auf FacebookGeöffnet: Di –Fr von 12.00 bis 19.00 Uhr, Sa 12.00 bis 18.00 Uhr&hellip
{Werbung, unbezahlt und unbeauftragt, einfach weil es schön ist. Wirklich schade, dass man das jetzt jedes Mal gleich zu Beginn erwähnen muss, oder?}
»Ich wollte mehr Himmel sehen, unbedingt einen kleinen Garten haben und meiner kleinen Tochter eine schöne und autarke Kindheit ermöglichen», sagt Helene Stolzenberg und führt mich durch die Räume des hübschen Siedlungshauses im Südwesten Berlins. Es sei hier ein bisschen wie in Bullerbü, schwärmt sie. Das finde ich auch. Besonders die Einrichtung erinnert an die Geschichten aus Schweden. Helene liebt es, ihr Zuhause mit wenigen Mitteln und schönen Dingen zu dekorieren und gemütlich zu machen. Sie besitze keine teuren und extravaganten Designermöbel (außer der Bubble Lamp von George Nelson, gesteht Helene), sondern lebe ein bisschen wie die Familien bei Astrid Lindgren, kichert sie. Mit Kind und Kater, Apfelbaum im Garten und Holzclogs im Flur. Das Wort hyggelig ist inzwischen so viel benutzt worden, dass ich es kaum wage zu schreiben. Und dennoch passt es gut zu Helenes Häuschen. Seit ihrer Kindheit verspürt sie eine ganz ganz große Liebe zu Skandinavien, unendliche Male war sie schon dort und seit letztem Jahr betreibt sie sogar einen eigenen Laden für skandinavisches Design in Schöneberg: Nordliebe.
Eigentlich kommt Helene aus Der Kommunikations- und Marketingbranche. Viele Jahre hat sie als PR-Beraterin gearbeitet und nebenher einen Online-Shop für schöne Dinge aus Dänemark, Schweden & Co gegründet. Genau genommen im Jahr 2012. Parallel zur Arbeit, allein erziehend mit Kleinkind und mit nächtelangem Einsatz für ihre Kunden. Die sind ihr treu, folgen zu Tausenden auf Instagram und bis in den Laden. Helenes frische Art, ihr Lachen und vor allem ihre Authentizität sorgen für Erfolg und einen großen Kundenkreis bis über die Grenzen Berlins hinaus. Ihr Zuhause zu fotografieren, hat mir viel Freude bereitet. Mit der Teetasse in der Hand bis unters Dach und hinaus in den Garten, begleitet vom roten Kater, der, wie Helene mir erzählt, Promistatus auf ihrem Instagram-Account hat. Unglaublich, wie viele Kunden uns beiden folgen und besonders bei Fotos mit Schnuffi ein Like verteilen, verrät Helene. Sie liebt ihre Kunden und kümmert sich um sie, ob im Laden oder virtuell. Neue Produkte stellt sie per Video vor und schwupps sind sie ausverkauft. Marketingfrau eben. Seit letzter Woche ist der Weihnachts-(OnlineShop geöffnet. Helene hat viel zu tun, freut sich aber dennoch sehr über einen Besuch von Euch bei ihr im Laden.
Danke für den Tee, Helene! War schön bei Dir im Nordliebe-Häuschen&hellip
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