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Bauwerke, Fassaden und Wohnungen ohne Zauber – Werden sie geliebt? Möchte man sie malen und als Bild an die Wand hängen? Und würde ich sie fotografieren wollen? Fragen, die ich von meinem Besuch bei dem Architekten Philipp Mohr mit nach Hause genommen habe.
Viele Stunden sprachen wir über das Leben, Wohnen und die Architektur im Allgemeinen, während ich am stählernen Küchentresen saß, die offen (um)gestaltete Neuköllner Altbauwohnung im Blick und Philipp immer wieder Kaffee nachgoss. Er erzählte vom Großwerden in einem Einfamilienhaus ohne Seele. Von seiner Suche nach dem Zauber, der auch dann nicht zum Vorschein kommen wollte, als er die Tapeten seines (Kinder)Zimmers abriss, der blanke Beton zu sehen war und die Eltern dafür kein Verständnis hatten. Immer wieder stylte Philipp sein Zimmer um, der Drang war da. Doch statt goldenen Schnitts, wohltuender Proportionen und malerischen Eindrucks war das Ergebnis doch nur wieder Spanplatte und damit verbundenes westdeutsches Kleinstadtwohlgefühl. Philipp betonte zugleich, dass seine Kindheit trotzdem gut war. Er vermisste eben nur das schöne Wohnen. Seine Tante lebte bereits damals in einem alten Haus voller Wunder, schwärmte Philipp. Auch der Onkel, Manfred Mohr, beschäftigte sich seit Jahrzehnten mit Computerkunst und Ästhetik à la Peter Eisenman und lebte in einem coolen Künstlerloft in New York. Nur er, Philipp, wohnte zu Hause in einer Enge, die er nicht beschreiben konnte. Es war zum Verzweifeln, gestand er&hellip
{Werbung} Häufig habe ich ihn schon verschenkt, den gluckernden Fisch aus Keramik. Und immer wieder sehe ich ihn in den Regalen der Design-Shops stehen. Still, typisch Fisch, mit geöffnetem Maul, in allen Farben schillernd. Aber wehe Ihr füllt ihn mit Wasser oder einem anderen Getränk. Dann kommt Leben in den Fisch. Dank seines besonderen Designs gluckert und gluckst er beim Einschenken.
Auch als Vase macht sich der Fisch wunderbar. Wer meinem Instagram Account folgt, kennt bestimmt meinen hellgrauen Krug. Ich dekoriere ihn ständig um. Seit gestern besitze ich auch einen dunkelgrünen Gluckerfisch. Mit Amaryllis, Oliven- und Ilexzweig im Maul ist er mein diesjähriges Adventsdeko-Highlight. Vor der in Charleston Gray (F&B) gestrichenen Wand die reinste Farbexplosion.
Die Glugglejugs kommen ursprünglich aus England, wo sie schon seit 1870 in ähnlicher Form produziert wurden. In Europa werden sie von Gluckigluck vertrieben. Es gibt Fische in drei Größen und unendlich vielen Farben. Von Pastelltönen bis zum Kupferfisch ist alles dabei. Sehr dekorativ. Eine tönende Wasserkaraffe mit Kitschpotential sorgt garantiert für Gesprächsstoff bei Euren Gästen. Ich habe gelesen, Kinder sollen auf einmal mehr Wasser trinken, weil sie das Geräusch so cool finden. Da g(l)uckst du&hellip
Die Strahlen der Herbstsonne fallen auf den Küchentisch und erfüllen die Dachgeschosswohnung in Prenzlauer Berg mit viel Licht und Wärme. Hier sitze ich zusammen mit der Kunst- und Designhistorikerin Katja Söchting beim Tee. Endlich lernen wir uns persönlich kennen. Über meinen ersten Versuch, Katja in ihrem Showroom in der Ackerstraße anzutreffen, habe ich vor einiger Zeit hier berichtet.
Katja ist seit Jahren als Expertin für Interior Design tätig. Sie berät und betreut Kunden, richtet Wohnungen und Geschäftsräume ein. In ihrem Showroom in Berlin Mitte stellt sie, zusammen mit Irina Jurassic von linea1, Möbel, Lampen und Accessoires ihrer Lieblingshersteller aus. Ihre Liebe zum Design entwickelte sie während ihres Studiums der Kunst- und Designgeschichte an der FU Berlin, als sie parallel in verschiedenen Einrichtungsgeschäften arbeitete. Nachdem sie von 1999 bis 2013 eines der ersten Möbelgeschäfte in Prenzlauer Berg (mit)gründete und führte, ließ sie sich 2014 in der Ackerstraße nieder.
Schon die Auswahl der Labels und Hersteller im Showroom zeigen Katjas Händchen für das Einrichten und Zusammenstellen besonderer Dinge. Ihre Wohnung, die sie zusammen mit ihrer Familie bewohnt, ist nicht nur lichtdurchflutet, sondern auch sehr schön. Was zu erwarten war. Hier wohnen gleich zwei Kreative. Katjas Mann Jörg Söchting, ist Künstler und Designer. Seine großformatigen Bilder und meist farbenfrohen Möbelentwürfe prägen den Stil der Maisonette-Wohnung im Zusammenspiel mit Einrichtungsgegenständen anderer namhafter Designkollegen. Sein »Fernweh« Sessel steht neben der Leuchte von Rupert Kopp, einer seiner bemalten »Scrapwood« Holzhocker dient als Beistelltisch für die »Longframe«-Liege von Alberto Meda. Der große rote AVL Tisch (moooi) im Wohnbereich war das erste Stück für diese Wohnung, erzählt Katja. Drumherum reihen sich weiße Fiberglasstühle von Ray und Charles Eames, die noch von ihren Großeltern stammen. An der Wand hinter dem Esstisch hängt ein Werk der Berliner Künstlerin Suse Weber.
Beim Rundgang durch die Dachgeschosswohnung kommen wir an einigen Designraritäten vorbei. Ich fotografiere, Katja erzählt mir Geschichten zu den einzelnen Gegenständen. Zum Teil stammen die Möbel von befreundeten Designern, die Katja und Jörg noch aus Studienzeiten kennen. Auch Unikate sind dabei. Katja liebt (und vertreibt) die Produkte von Nils Holger Moormann. Ich mag seine Möbel und Accessoires auch sehr. Hier habe ich über unseren Besuch in Aschau geschrieben. Moormanns Garderobenständer »Hut ab« und »Rechenbeispiel« befinden sich im unteren Teil der Wohnung im Flur und im Bad.
Toll sind auch die bunten, aus alten Plastikflaschen gewebten Pet-Lamps von Alváro Catalan, die Schreibtischleuchte »Studioilse« des schwedischen Herstellers Wästberg und die von Katja neu bezogenen (alten) Thonet-Stühle, die in Königsblau sehr edel daher kommen. In allen Ecken gibt es etwas zu entdecken. Notenständer und Klavier lassen darauf schließen, dass bei Söchtings Musik gemacht wird. Bücherstapel und eine große Bibliothek im Regal-Klassiker von Dieter Rams deuten auf große Literaturliebe hin. Nehme ich an. Der Totenkopf auf dem Piano sieht einfach nur cool aus...
Vielen Dank, liebe Katja, für Tee und Gespräche. War schön bei Dir&hellip
{Pressedinner}Berlins hidden places. Die Stadt überrascht immer wieder mit Orten, an denen wir noch nie zuvor waren. Es ist schon fast dunkel, als wir an den Spreestudios in Rummelsburg ankommen. Der Sonnenuntergang muss an diesem Abend spektakulär gewesen sein. Man kann ihn wegen des rosarot-himmelblauen Himmels über dem Wasser hinter den Häusern noch erahnen.
Die ehemaligen Werkhallen und Garagen der DDR-Zollverwaltung, die vom Berliner Architekturbüro TBBK (Thomas Baecker Bettina Kraus) zu coolen Gewerbeeinheiten mit eingehängten Zwischenebenen und großen Terrassen umfunktioniert wurden, stehen auf einem Wassergrundstück an der Spree kurz hinter der Rummelsburger Bucht. Die Möbelmanufaktur MBzwo aus Ostwestfalen betreibt hier ihren Berliner Showroom.
MBzwos brandneue Popstahl-Küche wird an diesem herrlichen Herbstabend mit einem Dinner-Event eingeweiht. Die Stahl-Küchenmodule in Orange und Anthrazit mit langer MBzwo-Holzarbeitsplatte machen sich gut im großzügigen Showroom im Industrie-Style. Sie passen toll zum Betonboden, zu den dunklen Stahlelementen im Raum und zu den (festlich gedeckten) Tischen und Stühlen des Familienbetriebs aus dem ostwestfälischen Verl. Die Stühle aus Aluminium und Holz des befreundeten polnischen Designlabels Tabanda gehören auch zum Sortiment und ergänzen das Setting perfekt.
Die japanische Köchin Kaoru Iriyama steht an der Kücheninsel und kocht frische Speisen auf einem Teppanyaki-Tischgrill der Firma Coookers aus Bayern. Gemüse, Lachs und andere Zutaten landen auf der mobilen Edelstahlplatte und werden vor unseren (staunenden) Augen zubereitet. Diese Platte ist genial. Stecker rein und los gehts. Egal ob in der Küche, am Esstisch, auf der Terrasse oder Balkon – Wo Strom ist, kann gegart, gekocht und gegrillt werden. Die Reinigung ist easy, verrät Kaoru. Aber zunächst verwöhnt sie uns mit japanischen Leckereien.
Gastgeber Johann Ehlhardt, Geschäftsführer von MBzwo, erzählt uns bei leckeren Drinks mehr über die von Hand gefertigten Tische aus Vollholz, die Stühle und Polstermöbel und über die Leuchten der Firmen Tabanda und Nemo. Schönes Konzept. Im Berliner Showroom berät Johann seine Kunden. Alle Holzsorten können angesehen und befühlt, Sitzmöbel Probe gesessen werden. Bereits seit 1973 produziert die Familie Buschsieweke in Verl hochwertige Möbel aus Massivholz. MBzwo swurde 2014 in Berlin gegründet und steht für moderne Tische nach Maß und ein großes Angebot an (Sitz)Möbeln und Accessoires. Die Konsequenz aus 40 Jahren Tradition und beständiger Innovation.
Vielen Dank für den gemütlichen und inspirierenden Abend an der Spree, liebe Teams von MBzwo, Popstahl, Coookers und Kaoru Iriyama!
MBzwo, Köpenicker Chaussee 4, 10317 Berlin, Tel: + 49 (0)30 21995200Geöffnet Di – Fr von 12.00 bis 19.00 Uhr, Sa von 12.00 – 16.00 Uhr oder nach Vereinbarung
Popstahl, Brunnenstraße 158, 10115 Berlin, Tel: +49 (0) 3044 3181 9&hellip
Schirme gibt es in dem kleinen Ladengeschäft in der Kreuzköllner Sanderstraße schon lange nicht mehr. Die großen Lettern über dem Schaufenster sind nur noch Zierde und erinnern an frühere Zeiten. Heute werden hier italienische Produkte vom Feinsten und Schönsten verkauft.
Kerstin Fingers Leidenschaft für Italien brachte sie vor drei Jahren dazu, einen eigenen Laden zu eröffnen. Il negozio di Kreuzkölln ist kein Alimentari, wie man ihn sonst kennt, sondern eine Neuinterpretation des Tante Emma Ladens, in dem außer Wurst, Käse und Wein auch italienische Küchenutensilien, Textilien und Wohnaccessoires angeboten und mit viel Liebe der Inhaberin verkauft werden. Von der knallroten Parmesanmühle bis zu mundgeblasenen Gläsern, von Lampen aus Pappmaché bis zu pink verpackten Tartufi, Essigflaschen mit gestreiften Etiketten und Schürzen aus unverwüstlichem Leinen. Das Angebot an schönen Dingen ist groß, beste Inhaltsstoffe und Qualität der Lebensmittel sind Kerstin wichtig. Genau wie gutes Verpackungsdesign, originelle und klassische Firmenlogos und gute Produktgestaltung.
Als gelernte Grafikdesignerin achtet Kerstin besonders auf Ästhetik ihrer italienischen Waren. Sie liebt gutes funktionales Design bei Alltagsgegenständen, ansprechende Verpackungen und Etiketten. Der kleine Laden birgt wahre Schätze, die man in anderen Feinkostläden oder Designstores vergeblich sucht. Schaut mal in der Sanderstraße vorbei. Auf Euch wartet außer Kerstin sogar ein Kerzenhai!
Amore Store, Il negozio di Kreuzkölln, Sanderstr. 12, 12047 Berlin und auf FacebookGeöffnet: Di –Fr von 12.00 bis 19.00 Uhr, Sa 12.00 bis 18.00 Uhr&hellip
{Werbung, unbezahlt und unbeauftragt, einfach weil es schön ist. Wirklich schade, dass man das jetzt jedes Mal gleich zu Beginn erwähnen muss, oder?}
»Ich wollte mehr Himmel sehen, unbedingt einen kleinen Garten haben und meiner kleinen Tochter eine schöne und autarke Kindheit ermöglichen», sagt Helene Stolzenberg und führt mich durch die Räume des hübschen Siedlungshauses im Südwesten Berlins. Es sei hier ein bisschen wie in Bullerbü, schwärmt sie. Das finde ich auch. Besonders die Einrichtung erinnert an die Geschichten aus Schweden. Helene liebt es, ihr Zuhause mit wenigen Mitteln und schönen Dingen zu dekorieren und gemütlich zu machen. Sie besitze keine teuren und extravaganten Designermöbel (außer der Bubble Lamp von George Nelson, gesteht Helene), sondern lebe ein bisschen wie die Familien bei Astrid Lindgren, kichert sie. Mit Kind und Kater, Apfelbaum im Garten und Holzclogs im Flur. Das Wort hyggelig ist inzwischen so viel benutzt worden, dass ich es kaum wage zu schreiben. Und dennoch passt es gut zu Helenes Häuschen. Seit ihrer Kindheit verspürt sie eine ganz ganz große Liebe zu Skandinavien, unendliche Male war sie schon dort und seit letztem Jahr betreibt sie sogar einen eigenen Laden für skandinavisches Design in Schöneberg: Nordliebe.
Eigentlich kommt Helene aus Der Kommunikations- und Marketingbranche. Viele Jahre hat sie als PR-Beraterin gearbeitet und nebenher einen Online-Shop für schöne Dinge aus Dänemark, Schweden & Co gegründet. Genau genommen im Jahr 2012. Parallel zur Arbeit, allein erziehend mit Kleinkind und mit nächtelangem Einsatz für ihre Kunden. Die sind ihr treu, folgen zu Tausenden auf Instagram und bis in den Laden. Helenes frische Art, ihr Lachen und vor allem ihre Authentizität sorgen für Erfolg und einen großen Kundenkreis bis über die Grenzen Berlins hinaus. Ihr Zuhause zu fotografieren, hat mir viel Freude bereitet. Mit der Teetasse in der Hand bis unters Dach und hinaus in den Garten, begleitet vom roten Kater, der, wie Helene mir erzählt, Promistatus auf ihrem Instagram-Account hat. Unglaublich, wie viele Kunden uns beiden folgen und besonders bei Fotos mit Schnuffi ein Like verteilen, verrät Helene. Sie liebt ihre Kunden und kümmert sich um sie, ob im Laden oder virtuell. Neue Produkte stellt sie per Video vor und schwupps sind sie ausverkauft. Marketingfrau eben. Seit letzter Woche ist der Weihnachts-(OnlineShop geöffnet. Helene hat viel zu tun, freut sich aber dennoch sehr über einen Besuch von Euch bei ihr im Laden.
Danke für den Tee, Helene! War schön bei Dir im Nordliebe-Häuschen&hellip
Immer wieder eine der schönsten Unterbrechungen vom Alltag und ein großer Luxus ist für mich, am helllichten Tag bei lieben Menschen zu Hause an einem Tisch zu sitzen und Kaffee zu trinken. Das können alte Freunde sein oder auch jemand, den man zum ersten Mal in seinem Leben trifft. So wie Tatjana Sprick.Von ihr wusste ich bisher nur, dass sie das Interior Design des Kreuzberger Himmels entwickelt hat. Chris Glass, ein gemeinsamer Freund und Inhaber das aptm Berlin vernetzte uns miteinander und verriet, Tatjana wohne in einer wundervollen Wohnung, die mir sicher gefallen würde..&hellip
Mit dem Humboldt Forum im neu errichteten Berliner Schloss erhält Berlin nicht nur eine weitere Sehenswürdigkeit, sondern ein neues kulturelles Stadtquartier an der Spree, das seit seiner Grundsteinlegung im Sommer 2013 seiner Fertigstellung im nächsten Jahr entgegen strebt.
Das nach Wilhelm und Alexander von Humboldt benannte neue Forum in der Mitte Berlins nahe Dom und Museumsinsel, wird ein modernes Kulturhaus mit Museen (Ethnologisches Museum & Museum für asiatische Kunst – Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz), Ausstellungen und vielseitigen Veranstaltungen. Ein offener und lebendiger Ort, an dem Kuratoren, Forscher und Kreative aus aller Welt zusammenkommen, wo Geschichte auf Gegenwart stößt. Ob in den zukünftig etwa 20.000 Exponaten der verschiedenen Ausstellungen, in der Forschung (nach neuen Erkenntnissen zu Themen wie Religion, Migration und Globalisierung) oder in der Architektur des rekonstruierten historischen Gebäudes. &hellip
Berlin schwitzt. Heute und morgen wird womöglich sogar der Temperaturrekord gebrochen. Noch sind es »nur« 30 Grad. Später sollen es 37 Grad werden. Wie schön ist es doch im Schatten. Liegestuhl, viel Wasser trinken, nicht bewegen.
Wir haben das große Glück, einen Garten zu haben. Seit Mai verbringen wir jede frei Minute im Freien. Besonders die Abende sind herrlich. Es kühlt nur wenig ab und wir können ewig draußen sitzen. So einen Sommer hatten wir noch nie. Außer der Terrasse (zum Glück im Norden des Hauses) gibt es einen Platz im Garten, der trotz Hitze immer ein bisschen Kühle bewahrt. Ein kleiner Patio. Überdacht von Weinranken und somit vor der Sonne geschützt. Letztere sorgt dafür, dass die Weintrauben in diesem Jahr früh reif und ganz prall werden. So sitzen wir geradezu paradiesisch im Schatten. Im Liegestuhl, Beine hoch, Wasserglas griffbereit. Wenn sich die Augen aus dem Dämmerzustand zu einem leichten Blinzeln öffnen, könnte man meinen, man sei in der Toscana. Die Trauben hängen tief, die Luft ist schwer und flirrt.
Anzeige | Selbst unser Liegestuhl ist ein Italiener. Inspiriert durch die Gartenmöbel der Schweizer Jugendherberge Bella Lui, über die ich hier geschrieben habe, freue ich mich, Euch heute unseren neuen Liegestuhl Spaghetti vorstellen zu dürfen. Meine Oma besaß früher auch solche Gartenmöbel im Look der 1950er Jahre. Irgendwann wurden sie aussortiert weil sie wohl nicht mehr modern waren. Kaum zu glauben. Denn seit einigen Jahren sind die Alu-Möbel mit den PVC-Schnüren wieder im Kommen und viele Hersteller haben sie im Programm.
So auch Fiam, ein Familienbetrieb aus Brescia. Firmengründer Francesco Favagrossa entwarf Spaghetti in den 1980er Jahren. Wahrscheinlich ebenfalls inspiriert von den Fifties, schuf er einen Liegestuhl aus Aluminium und mit einer Bespannung aus PVC-Band. Sehr bequem. Das Fußteil lässt sich bei Bedarf unter die Sitzfläche klappen. Spaghetti wird so zum Sessel.
My first Liegestuhl. Vielleicht hat es ja etwas mit dem zunehmenden Alter zu tun, aber ich finde es herrlich, auf diese entspannte Art im Garten zu chillen, wie meine Kinder es sagen würden. Kann ich Euch nur empfehlen. Abends noch im Liegestuhl zu lesen – grandios. Dafür spendet uns Bolleke Licht: eine kleine, tragbare und kabellose Akkuleuchte von Fatboy. Genau wie die Lampe Thierry le Swinger, die seit letztem Jahr unter der Kletterrose über dem Gartentisch hängt, ist Bolleke per (mitgeliefertem) Micro USB-Kabel wieder aufladbar und leuchtet anschließend je nach Dimmgrad bis zu 24 Stunden. Wir haben Bolleke unter das Weindach gehängt. Genauso gut könnt Ihr die kleine Lampe mit der farbigen Silikonaufhängung auch mit in den Park, an den Strand oder mit in die Wohnung nehmen. Das Licht ist stimmungsvoll und schön.
Ich begebe mich dann mal in den Liegestuhl. Das Thermometer zeigt inzwischen 34 Grad an. Mein Laptop glüht. Ich auch.
Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Connox. Lampe und Liegestuhl wurden mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür. Meine Begeisterung für Boelke und den Spaghetti-Liegestuhl ist echt und ich freue mich sehr, die beiden Produkte vorstellen zu können&hellip
Einer dieser schönen Berliner Sommerabende. Das Thermometer zeigt noch 26 Grad, die Stadt scheint von der Hitze ein wenig gelähmt, aber gut gelaunt. In den Straßen tobt das Leben – Feierabend, die Tagwerke sind vollbracht, endlich ist es nicht mehr so heiß. Auf dem breiten Bürgersteig an der Yorckstraße sitzen die Gäste vor dem Restaurant Kreuzberger Himmel, genießen kühle Getränke und essen gemeinsam von großen Tellern. Fladenbrote werden in Humus gedippt, Baba Ganoush, Fatoush und Mnasale herum gereicht und sich über Huhn in Joghurtsauce, Auberginen mit Minze, Granatapfel und Nüsse, Kichererbsen, Koriander und die vielen exotischen Gewürze gefreut. Bei diesen Temperaturen genau die richtigen Speisen. Frisch, leicht und fein. Syrische Küche unter dem Berliner Sommerhimmel&hellip
Zwei Architekten und eine Interior Designerin tun sich zusammen, konzipieren einen hellen Raum mit großen Schaufenstern und vielen Designprodukten und arbeiten gemeinsam im Hinterzimmer. So könnt Ihr Euch den Showroom von Irina Jurasic, ihrem Mann Francesco Apuzzo (linea1) und Katja Söchting vorstellen.
Die feinen linea1-Regale aus Stahlblech gibt es schon seit 13 Jahren. Irina und Francesco entwarfen sie damals selbst, weil es einfach keine (für sie) schönen Regale gab, verrät Irina neulich bei einem (Schnellst)Besuch in der Ackerstraße. 2005 gründeten sie linea1, ließen seither ausschließlich in Berlin produzieren und entwickelten in den darauf folgenden Jahren ein Regalmodell für Aktenordner, eine Tischleuchte, den Zeitschriftenhalter linea mr, Wandgarderobe linea cr und den everyday table. Das Material Stahlblech wird bei jedem Produkt aus seinem zweidimensionalen Ursprung zu einem Körper gebogen. Ökonomisch funktionales Design. Im Showroom sind alle Mitglieder der Stahlblech-Familie versammelt.
Eigentlich wollte ich neulich ganz kurz zu Katja Söchting hinein springen. Sie teilt sich die Räumlichkeiten mit linea1. Im Zusammenspiel mit ihrer Arbeit als Interior Designerin, stellt sie Möbel und Accessoires von z.B. e15, Gelderland, Schaffner, Anna Badur, Jörg Söchting, Marset oder Anais Brizon im Showroom vor. Ihre Kunden haben so die Möglichkeit, sich vor Ort inspirieren zu lassen und können bei Gefallen auch gleich bestellen.
Katja war leider nicht da, als ich spontan vorbei schaute. Gerne hätte ich sie persönlich kennen gelernt. Möchte ich doch in Zukunft meine Kunden zu ihr schicken, um ihnen die Produkte von Nils Holger Moormann ans Herz zu legen und gegebenenfalls bei ihr ordern. Seit ich in Aschau war, empfehle ich bei Wohnberatungen immer wieder gerne Möbel von Moormann und freue mich, dass es in Berlin einen Showroom (neben den großen Designläden) gibt, wo FNP-Regal, Pressed Chair & Co. präsentiert werden. Die anderen von Katja kuratierten Designstücke gefallen mir ebenfalls sehr. Einige sind auf den nachfolgenden Bildern zu sehen. Bisschen unscharf hier und da. Fragt Irina, der Besuch war wirklich kurz...
linea1 Showroom & Katja Söchting Interior Design, Ackerstr. 165, 10115 BerlinGeöffnet Di – Fr von 12.00 bis 18.00 Uhr und nach VereinbarungIn den Berliner Sommerferien nur Do von 12.00 bis 18.00 Uhr und Fr von 12.00 - 18.00 Uhr geöffnet&hellip
Berlin hat einen neuen Ort, an dem man am liebsten den ganzen Tag bleiben und es sich gut gehen lassen möchte. Und das direkt an der Herrmannstraße in Neukölln: Das 21 gramm Café & Restaurant im historischen Kapellengebäude am Rande des St- Thomas Friedhofs.
Ein ungenutztes Seitengebäude der alten Friedhofskapelle, Entdeckung und sich Verlieben, Planungs- und Antragsphase, Denkmalschutzauflagen, sieben Monate Umbau, enorm viel Selberhandanlegen und noch viel mehr Dreck, Schweiß und Herzblut – So oder so ähnlich müsst Ihr Euch die (etwas verkürzte) Entstehungsgeschichte des 21 gramm vorstellen. Jeremias Stüer, einer der drei Betreiber, klingt ganz beseelt, als er mir letzte Woche beim Kaffee im Hof des Backsteingebäudes von den vergangenen Wochen und Monaten erzählt.
Jetzt ist (fast) alles fertig. Die Gäste sind begeistert. Von der Location, von der Stimmung, vom Essen und überhaupt. Kaum vorstellbar, wie es hier noch vor kurzer Zeit aussah. Oder ganz früher? Immerhin handelt es ich um ein Kapellengebäude auf einem Friedhof von 1865. In der sanierten Kapelle finden bis heute regelmäßig Beisetzungen statt. Davon bekommen die Gäste aber nichts mit, da sich der Kapelleneingang auf dem Friedhof befindet. Das 21 gramm befindet sich im Nebengelass. Dort, wo damals die Leichname für die Beerdigung fein gemacht wurden. Danach standen die Räumlichkeiten lange leer. Die Vorstellung, in diesem ebenfalls kapellenartigen Raum mit hohen Gewölbedecken, reich verzierten Säulen, Bibeltexten an den Wänden und farbigen Fenstergläsern gewaschen und in den Sarg gelegt zu werden, finde ich irgendwie anmutend. Keineswegs negativ. Ich denke, man darf sich das ruhig vorstellen, wenn man heute diesen wunderschön gestalteten Raum betritt und sich auf einem der polnischen Schulstühle, den selbst entworfenen Bänken oder an den Tischen niederlässt und sich ein Frühstück auf'm Blech bestellt. Oder?Unter (gefühlt) Tonnen alter Leimfarbe, die über Wochen von Wänden, Decken und Säulen entfernt wurde, kamen die Original-Farbtöne zum Vorschein. Zartes Rosa, Gelb, Weiß & Grau. An zwei Wänden wurden die zum Teil gut erhaltenen Zitate aus der Bibel frei gelegt. Einige Säulenschäfte mussten ausgebessert, die alten Holztüren aufgearbeitet und lasiert (mit Bier!) werden. Jeremias, für das Interior-Design und die Einrichtung des 21 gramm verantwortlich, erzählt mir bei unserem Treffen, wie viel Spaß es ihm gemacht hat (und immer noch macht), diesen besonderen Raum gestalten zu können. Und wie schwer es war, dem ehrwürdigen Denkmal gerecht zu werden. So entschied er sich zusammen mit seinem Team für Eichenholz, Stahl und viel Grün. Die Einrichtung wurde behutsam und stilvoll an die Umgebung angepasst. Die bepflanzten Leuchten an den Gewölbedecken waren Jeremias' Idee. Auch der Hof mit der großen Holzbank und den vielen Kissen ist schön geworden. Lichterketten, wilder Wein, Blümchen in Glasflaschen und vor allem die alten Backsteinmauern erschaffen Wohlfahl-Atmosphäre. Das Essen soll super lecker sein, habe ich gehört: Gut gefüllte Frühstücks-Bleche, Flammkuchen, auch auf'm Blech serviert, und viele kleine und große Köstlichkeiten, Desserts, Getränke und Kaffeespezialitäten. Die Köche mussten sich schnell einarbeiten. Täglich kommen mehr Gäste, schwärmt Jeremias, und schaut in den Himmel. Was er dort sieht weiß ich nicht, doch plötzlich sagt er: »Es heißt, das Gewicht der Seele beträgt etwa 21 Gramm«. Und dann verabschieden wir uns.
21 gramm, Hermannstr. 179, 12045 BerlinGeöffnet Di – Do & So von 10.00 bis 22.00 Uhr, Fr & Sa von 10.00 bis 0.00 Uhr&hellip
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